Die Philosophie

Es gibt nichts im Universum, das nicht seine Bestimmung hätte. Alles, was besteht, erfüllt eine ihm auferlegte Rolle im Gang der Evolution und nimmt auf diese Weise Anteil am allgemeinen Aufbau im Universum. Darum schließt auch die universelle Vernunft sämtliche individuellen Teile, die sich von ihr abgespalten beziehungsweise aus ihr entwickelt haben, in sich, genauso wie jeder Mensch und alles Seiende ein Teilchen des »Universellen Göttlichen Ichs« darstellt, das wir ebenso wenig personifizieren dürfen wie die universelle Vernunft selbst.​

Die Zweckmäßigkeit, Ordnung, Harmonie, Gesetzmäßigkeit, Schönheit, Größe und Unbegrenztheit des Weltenalls sprechen für das Vorhandensein einer universellen Vernunft und eines universellen Willens, die durch ihre Werke und Wirkungen sichtbar sind. Sie sind Zeugen einer Göttlichen Weisheit einer alleinigen, überall wirkenden Vernunft, die aus ihrer Alleinheit eine unendliche Vielfalt entstehen lässt, die in der Mikrowelt und im Makrokosmos in gleicher Weise zum Ausdruck kommt.​

Der große Naturphilosoph, Geisteswissenschaftler und Vordenker Leopold Brandstätter machte im Jahre 1946, wohl noch unter dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse des gerade zu Ende gegangenen großen Krieges folgende Aussage:​

„Wir verdanken es der Philosophie, also dem weltlichen Teil der Geisteswissenschaften, dass sie den dynamischen Keil auf dem Gebiete der menschlichen Erkenntnisse vorwärts treibt und die starre kirchliche Dogmatik überwindet. Die Philosophie beschreitet bereits neue Wege. Vorüber ist die Allein­herrschaft der starren, rein naturbezogenen Systeme. Eine neue Metaphysik ist im Werden, die den stufenförmigen Aufbau des Seins bejaht. Der Einbruch einer höheren Wirklichkeit in die mit unseren Sinnen erfassbare Welt ist rein philosophisch betrachtet möglich geworden, und die Philo­sophie ist im Begriff, einen gemeinsamen Weg mit der »Wahren Religion« zu beschreiten. Das Welt­bild der Menschen der Zukunft muss in Zusammenarbeit von Philosophie und wahrer Religion ge­schaffen werden. Der rasende Fortschritt der Naturwissenschaften muss von Religion und Philo­sophie ge­meinsam aufgeholt werden. Das Ende aller Kriege ist gekommen, wenn alle Menschen ihre geistige und sittliche Vervollkommnung anstreben, aber nicht allein die technische Voll­endung, die sie dem reinen Materialismus in die Hände treibt.“​

Um zu erkennen, wie sich die philosophische und eigentlich geistige Vorstellung vom Sein und Dasein im Laufe der Zeit entwickelt hat und welche Bedeutung der neue Seinsbegriff UNIVERALO für die Menschheit in einer Zeit hat, wo jeder wissenschaftlich denkende und philosophisch Aufgeschlossene die großen Schwächen und offen-sichtlichen Unzulänglichkeiten der alten Religionssysteme erkennt, ist es hoch an der Zeit für eine neue religiöse Vorstellung und Erneuerung, welche die Seins- und Daseinsvorstellungen dem Stand der naturwissenschaftlichen Forschungen anpasst, um auf dieser Grundlage alle Bewohner dieses Planeten und alle Konfessionen unter den Schirm dieser »OBERSTEN INSTANZ im Weltall« zu vereinen.​

Sehr intensiv befasste sich Platon mit diesem Thema. Bei ihm finden wir »das Seiende« u. a. in seiner Ideenlehre. Im Gegensatz zum eigentlichen Sinn des Wortes idea, der sich auf das sichtbare Erscheinungsbild von etwas bezieht, ist die platonische Idee etwas Unsichtbares, das den sichtbaren Erscheinungen zugrunde liegt. Sie ist aber geistig erfassbar und damit für Platon in übertragenem Sinn »sichtbar«. Daher hat er den Begriff idea aus dem Bereich der Sinneswahrnehmung in den einer rein geistigen Wahrnehmung übertragen. Das geistige »Sehen«, die »Schau« der Ideen spielt im Platonismus die zentrale Rolle. Laut Platon sind die Hauptmerkmale der Ideen folgende: ​

Sie sind intelligibel, das heißt unkörperlich, der Sinneswahrnehmung prinzipiell entzogen und nur durch »geistige Einsicht« erfassbar. Sie sind die göttliche od. schöpferische »Matrix«. Sie sind das »reine Seiende« und »seiend Seiende«, das heißt, nur ihnen kommt das Sein im wirklichen, eigentlichen Sinne zu. Alles Sein außerhalb des Ideenbereichs ist nur ein abge­leitetes Sein, ein Sein im uneigentlichen Sinne.

Sie sind vollkommen, das heißt: Das spezifische Wesen desjenigen, dessen unkörperliche »Gestalt« eine Idee ist, findet in ihr seine durch nichts überbietbare Vollendung. Damit er­halten die Ideen eine Wertdimension, sie werden als Ideale bei Platon positiv gewertet und verherrlicht. In der Idee fällt das, was ist, mit dem was sein soll zusammen.

Sie sind überzeitlich, das heißt, sie entstehen nicht und vergehen nicht und sind keinerlei Wandel unterworfen, sondern immer mit sich selbst identisch. Ihre Ewigkeit ist im Sinne von Überzeitlichkeit zu verstehen; aus zeitlicher Perspektive betrachtet erscheinen sie von unbegrenzter Dauer.

Sie sind formlos, das heißt, sie verursachen zwar die räumlichen Gestalten, weisen aber selbst keine Form auf, da sie nicht räumlich sind. Da ihnen keine Räumlichkeit zukommt, sind sie nirgendwo (oder gleichzeitig überall).

Sie sind einfach, rein und unvermischt. Sie sind dasjenige, in dem das, was ist, mit dem als was es sich zeigt, exakt übereinstimmt. Eine platonische Idee ist das, was sie bedeutet. Die Ideen sind Urbilder, alle veränderlichen Dinge sind nur deren Abbilder.

Die Idee als das Allgemeine mit seinem umfassenden Charakter ist für die Sinnesobjekte, in deren Vielheilt sie sich abbildet, das Prinzip der Einheit.

Aufgrund ihrer Merkmale, die von göttlicher Art sind, sind die Ideen als solche den Göttern übergeordnet; die (schöpfenden) Götter verdanken ihre Göttlichkeit ihrem Zugang zu den Ideen.

Als Erkenntnisobjekt ist eine Idee Quelle von Wissen. Eine auf Ideen bezogene Erkenntnis, die nicht auf Sinneswahrnehmung basiert, bedeutet echtes Wissen, während die Sinnes­wahrnehmung mangels Zuverlässigkeit nur zur Meinung führt.

Soweit Platons Ideen zum »rein SEIENDEN«. Über den Begriff »Gott« sagte er noch, dass dieser in  allen Wesen sei, aber wir wüssten es nicht.