Aphorismen des
Monats September

„»Die Silberne Träne« – so nennen Wir den hohen Grad der Bereitschaft für Prüfungen. Das erste Wort erinnert an den silbernen Faden, das zweite – an den Kelch der Geduld. Man sollte ständig daran denken, dass die Begriffe des überirdischen und des irdischen Lebens nebeneinander wirken. Dieses Bewusstsein ist sehr schwierig aufrechtzuerhalten, denn sogar gute Bewusstseine denken in der Stunde der Prüfung nur in eine Richtung. Wir sollen uns nicht mit dem Gedanken trösten, dass der silberne Faden stark sei; hüten wir ihn eher so, als wäre er etwas Zerbrechliches. Vergessen wir auch nicht, dass sich der Kelch der Geduld sogar im Alltagsleben leicht bis zum Rande füllt. Man kann über Verhältnisse anderer leicht ein Urteil fällen. Gleichgewichtsprüfungen sollten an sich selbst vorgenommen werden. Ein Sieg über sich selbst wird ein wahrer Erfolg sein. Das Leben bietet für diese Siege viele Gelegenheiten. Bewahrt diese Konflikte im Gedächtnis, sie bieten lehrreiche Denkprozesse. Das Symbol der Träne für den Kelch der Geduld ist kein Zufall. Erblickt man sinnlose Zerstörung, ist es schwierig, sich der Empörung zu enthalten. Oft verläuft eine Klage über die Brutalitäten der Menschen den silbernen Faden entlang. Der Lehrer wird oft einen Lichtstrahl senden, so dass man in die Weite schauen kann. Nur das geistige Fernrohr wird das Urteil überdecken. Die Saat des Harmagedon geht auf, in ihr kann man die Ursache der Ursachen erblicken.“  

BR I, § 565

 

 „Für den Wahnsinn gibt es viele Gründe. Führen wir ihn nicht nur auf Besessenheit zurück, denken wir auch an all die hässlichen Ausschreitungen. Vergessen wir auch nicht, dass das Bewusstsein im Wunsch, dem Karma zu entrinnen, zusammenbrechen kann. Wenn der Mensch etwas Unausweichliches spürt, spannt er seinen Willen derart an, dass das Bewusstsein getrübt werden kann. Darüber hinaus kann es zur Erkrankung des Gehirns führen. Die Ärzte haben es in der Hand, den Wahnsinn zu verringern. Ebenso wird der Gedanke an Zusammenarbeit eine heilkräftige Hilfe sein. Wahre Evolution wird die Menschheit vom Wahnsinn befreien.“

BR I, § 566

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